Peter

 

Breitenstein

„Wer ist denn der? 

An einem See - und Donnerstag,
da stand ein Mann mit einem Sack.
Er schaut nach rechts und links sich um,
dann noch einmal und andersrum,
dass ihn und seinen bösen Plan,
kein anderer verpfeifen kann,
und weder schändliches Gescheh‘n
verhindert hätt‘, noch zugeseh‘n.

Er stand noch eine Weile stumm,
dann machte er die Finger krumm
und stopfte flugs und listenreich,
in seinen Sack den ganzen Teich!
Klaut alle Fische, Schilf und Wasser,
- im Beutel wird es immer nasser -
sogar der tiefste Tümpelboden
wird eingesackt und aufgehoben!

Dann steckte er zum Überraschen
noch je zwei Frösche in die Taschen;
Zu guter Letzt das Ufer noch
und übrig blieb - ein leeres Loch!
Er hob den Sack auf seinen Rücken,
die Last war schwer, er musst‘ sich bücken.
Im tiefen Wald ist er verschwunden,
kein Mensch hat wieder ihn gefunden!

Los, fragt mich jetzt: „Wer ist denn der?“
Ich sag‘ es Euch: Ein Seeräuber!

 

Sind wir?

Wir messen sie in Sekunden, in Minuten, in Stunden, 
erleben sie als Tage, Wochen, Monate und Jahre. 
Sie setzt dem Dasein Grenzen, Geburt, Leben und Tod. 
Sie fliegt an uns vorüber und ist doch nicht da: Die Zeit! 
Sie begann nie, sie endet nie, also ist sie nicht! 
Denn wo war, wenn ihr Anfang, wo ist ihr Ende? 
Was war vor, was ist nach ihr? Eine andere, nie 
begonnene, nie endende Ewigkeit in der Unendlichkeit? 
  
Wir versuchen die Unendlichkeit zu messen, in Ellen, 
in Zoll, in Metern, Meridianen, in Lichtjahren, in Galaxien. 
Zu ihrem Ende dringen wir nie vor. Grenzenloser Raum, 
kein Anfang, kein Ende. Aber sie gibt uns oben und unten 
und vorne und hinten und rechts und links, also ist sie! 
Doch wo sind, wenn, ihre messbaren Grenzen? 
Was begrenzt sie, eine Wand aus Eis? Was ist dahinter? 
Eine andere, grenzenlose Unendlichkeit in der Ewigkeit? 
  
Ewigkeit ist nicht, Unendlichkeit ist! 
Oder Unendlichkeit ist nicht und Ewigkeit ist? 
Ist Zeit überhaupt möglich ohne Raum, 
kann Raum überhaupt sein ohne Zeit? 
Hängen beide voneinander ab und sind nicht? 
Oder sind beide existent und doch begrenzt? 
Begrenzt von einem Urknall zum anderen, der 
Zeit und Raum in Gang setzt und wieder enden lässt? 
  
Was sind wir, wo sind wir, wann sind wir, 
wenn Raum und Zeit sind oder nicht sind? 
Sind wir nur Träumereien eines Geistes in 
seinem Gefüge aus Räumen und Zeiten? 
Oder nur Phantasie des eigenen Geistes 
im Überall und Immer! 
Oder doch Realität in einer Welt 
im Hier und  Heute? 

Oktober 1997

 

Peter

Breitenstein 

Als die grausame Arbeitswelt sich endlich seiner entledigt hatte, da fiel Peter Breitenstein nicht gleich der Langeweile zum Opfer, nein, damit fing für ihn erst die Zeit an, in der er endlich seiner Schaffenskraft freien Lauf lassen und seine vielseitigen Begabungen, zu denen nicht nur das Schreiben gehört, ausleben kann, ohne dass die Notwendigkeit des Broterwerbs ihn umher treibt. Letzteres hat ihn jahrelang als Außendienst-Techniker und Dozent in der Software-Branche auf Trab gehalten; heute weiß aber auch seine Frau zu verhindern, dass er nicht zu sehr vom Müßiggang geplagt wird.
Im Sternbild pingeliger Jungfrauen geboren, ist ihm nichts perfekt genug, besonders an die eigenen Produkte stellt er hohe Ansprüche. Deshalb braucht er mitunter einen wochenlangen Anlauf für eine Kurzgeschichte, quält sich tagelang mit einem Gedicht herum oder schiebt zu erledigende Briefe so lange vor sich her, bis sich deren Notwendigkeit von selbst erledigt hat. Allerdings kommen manchmal auch Dinge zustande, die sich in unveröffentlichten Leserbriefen, bissigen Artikeln und gelegentlich auch in Hochzeits-Zeitungen wieder finden.

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